Jakobsweg Etappe 16: Portomarín bis Palas de Rei

Zielklarheit ist zweifelsohne essentiell wichtig für Glück und Erfolg. Gleichermaßen, das Bedürfnis nach Pausen zu erkennen und zu befriedigen. Daher entscheiden wir uns für einen Boxenstopp vor dem Endspurt.

Unsere heutige Etappe in Zahlen

Start: Portomarín

Start-Zeit: 07:10 Uhr

Ziel: Palas de Rei

Passierte Orte: Toxibo, Gonzar, Castromaior, Hospital da Cruz, Ligonde, Airexe, Portos, Lestedo, A Brea

Dauer: 5 Stunden 37 Minuten (reine Gehzeit)

Distanz: 25,03 Kilometer

Aufstieg: 515 Höhenmeter

Abstieg: 315 Höhenmeter

Distanz gesamt: 425,28 Kilometer seit 23.07.2015

Unterkunft: Arenas Palas


Leitspruch des Tages

Ich wähle die Zusammenarbeit mit Menschen, die mir gut tun und mich unterstützen.


Boxenstopp vor dem Endspurt

Neue Wege gehen Jakobsweg Tag 16 044Für manche Menschen ist es herausfordernd, Ziele zu finden und die Maßnahmen zur Zielerreichung einfach „durchzuziehen“.

Es gibt aber auch die, die eine umgekehrte Herausforderung haben. Sie sind zielklar und unternehmen alle nötigen Schritte, um ihr Ziel zu erreichen. Bei der Umsetzung sind sie kaum zu stoppen. Das ist gut, solange es zumindest einigermaßen in Balance mit den eigenen Ressourcen passiert. Und genau das gelingt dann eben nicht immer.

Daher freuen wir uns über den heutigen Lernerfolg, das Bedürfnis nach einer Pause zu erkennen und umzusetzen. Wir legen hier in Palas de Rei einen Boxenstopp ein und machen uns dann übermorgen weiter auf den Weg Richtung Santiago.

Unser Weg heute

Neue Wege gehen Jakobsweg Tag 16 033Als wir heute nach unserem täglichen Morgenritual in Portomarín starten, erwartet uns ein – in dieser Ausprägung – neues Erlebnis. Da viele Kurzstreckenpilger in Sarria ihren Weg beginnen und in etwa einer Woche die Strecke nach Santiago bewältigen, herrscht ab Sarria vor allem in der (jetzigen) Hochsaison oft „Ausnahmezustand“.

Der Camino Frances wird den kritischen Ruf immer weniger los, dass ohnehin „nur mehr Trendpilger und Touristen“ unterwegs seien. Dieser Meinung bin ich im Grunde nicht. Innerhalb der letzten 100 Kilometer trifft diese kritische Einschätzung mit Sicherheit teilweise zu.

Als wir starten, haben wir mindestens 100 Pilger im direkten Blickfeld. Oftmals handelt es sich um unter anderem um (meist italienische) Pfadfindergruppen (mit regulären Rucksäcken) und Reisegruppen, die von einem Bus begleitet werden (mit Tagesrucksack für Getränke und Wegverpflegung). Wie ich von meinen bisherigen Caminos weiß, ist auch diese Situation eine Lerncanche in Geduld, Toleranz und innerer Ruhe. 🙂

Genau das gelingt uns erfreulicherweise ganz gut undwir konzentrieren uns auf unsere Gesprächsthemen und genießen die heute wenigen Momente der Ruhe.

Gruppenreflexion

Neue Wege gehen Jakobsweg Tag 16 054Die strukturierte Gruppenreflexionen etwa einmal pro Woche ist ein Element des Neue Wege gehen – Jahrescoachings direkt am Jakobsweg.

Während des Gehens geht es oft darum, genau hinzuschauen und – spüren, was einen beschäft, was wirklich wichtig ist und was nicht mehr von Nutzen ist. Diese Gedanken sind meistens sehr weitläufig und komplex.

Die strukturierte Gruppenreflexion hilft Coaches und Teilnehmern, genau die Komplexität bewusst zu verringern und die Kernaussagen für sich auf den „Punkt“ zu bringen. Dazu nutzen wir drei wirksame Fragen und tauschen uns dann über die Ergebnisse und deren Bedeutung aus. Es entstehen in diesem Setting sehr oft tiefgründige „Meilenstein-Erkenntnisse“.


Fotos des Tages

 

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