Ehrenamtliches Engagement

Es ist uns ein Anliegen, nicht nur Geld für gute Zwecke zu spenden, sondern darüber hinaus Lebens- und Arbeitszeit zu investieren. In diesem Beitrag möchte ich erzählen, wie es zu dieser Gewohnheit gekommen ist und freue mich, wenn ich Sie vielleicht auch im Großen oder Kleinen motivieren kann, „mehr“ zu machen oder zu geben.

Vorgeschichte

Ehrenamtliches Engagement„Ehrenamt“ – das war für mich vor Jahren noch nur eine Arbeit für Menschen, die – negativ ausgedrückt – nichts Besseres zu tun haben. Andererseits wollte ich immer helfen, wusste aber nie, wie.

Das erste Mal war ich 2013 gemeinsam mit Michael ehrenamtlich in einer Herberge auf dem spanischen Jakobsweg tätig. Die Motivation ist von Michael gekommen. Er hat nämlich schon öfters in dieser Herberge (Casa de Austria) freiwillig gearbeitet.

Ehrenamtliches EngagementIch, die sehr offen für vielfältige gemeinsame Erlebnisse ist, dachte „Warum nicht?“ Ich habe also mitgemacht. Ich dachte: wenn es sonst nichts bringt, kann ich zumindest Englisch wieder aktiver üben.

Aber nein. Ehrenamtliche Arbeit wurde viel mehr für mich. Überraschend erlebte ich sehr nette Begegnungen und die spanische Kultur, auf eine Art, die man als klassischer Tourist nie erleben kann.

Weniger als ein Jahr später haben wir schon unseren nächsten freiwilligen Dienst in der Schweizer Schweibenalp gehabt. Schweibenalp ist ein Verein mit dem Namen Zentrum der Einheit. Den Gründer, Dr. Sundar Robert Dreyfus, habe ich bei einer besonderen Gelegenheit auf einem Seminar in Dornbirn kennengelernt. Ich durfte von seiner Lebens- und Praxiserfahrung – als Arzt, Psychotherapeut und hochentwickeltes spirituelles Wesen – in Griechenland besonders profitieren. Ich vermute, dass mir diese Erfahrungen mein Leben lang in Erinnerung bleiben werden. Er hat uns auch am letzten Tag in die Schweiz eingeladen:

„Wenn du und Michael mehr von unsere Gemeinschaft erleben möchtet kommt ihr nach Schweibenalp, schaut ihr wie es alles in der Alltagspraxis läuft.“ so sagte es mir Sundar.

Engagement im Zentrum der Einheit in der Schweiz

Ehrenamtliches Engagement 3Wir haben den April 2015 (ich den ganzen Monat, Michael zwei Wochen lang) in der Schweibenalp in als Volontär mitgeholfen. Wir waren dem Küchenteam zugeteilt. Dadurch könnten wir dort auch viel mehr miterleben. Es war nicht nur eine Arbeit die wir erledigt haben.

Wir haben eine neue Art von Führung eine sogenannte „Circle Guide“ in der Praxis erlebt. Es funktioniert dort auch ohne hierarchische Stufen, gemeinsam zu führen und zusammen zu arbeiten.

Wir erlebten einen schönen und friedvollen Austausch mit Menschen aus den unterschiedlichen Kulturellen, Religionen und spirituellen Traditionen. Es war für uns beide eine schöne Erfahrung.

Das Volontärsleben

Die Gemeinschaft und die Volontäre leben und arbeiten zusammen. Als Volontärin/ Volontär kann man in der Hauswirtschaft, Küche, im Außenbereich oder in der Permakultur tätig sein. Die Arbeitszeit dauert etwa 6 Stunden pro Tag und 5 Tage die Woche.

Für die verrichtete Arbeit wird man mit 3 Mahlzeiten täglich und einem Schlafplatz „entlohnt“. Eine Bezahlung erfolgt nicht, aber wir haben zwei Tage pro Woche zu unserer freien Verfügung gehabt.

An unseren freien Tagen haben wir die Umgebung und den wunderschönen Ort Brienz besucht. Wir haben auch eine Schifffahrt untergenommen.

Einmal, während unserer Wanderung haben wir so ein Durst bekommen, dass wir eine kurze Pause beim Gießbach-Restaurant machen wollten. Dort haben wir dann Wasser bestellt und eine sehr schön verarbeitete 0,5 Liter Glasflasche um umgerechnet günstige 8 EUR bekommen. Diese Flasche haben wir mitgenommen und erfreut sich bei uns beiden höchster Beliebtheit. Manchmal gibt es auch Diskussionen, wer nun daraus trinkt. 🙂

Unser Tagesablauf

Ehrenamtliches EngagementWir wollten gerne beim Küchen-Team mitarbeiten. Unser Dienst war von 8.30 bis 13.00 Uhr, dann Mittagspause. Ab 14.00 haben wir beim Wegräumen und bei der Reinigung geholfen, also eine weitere Stunde Arbeit. Am Abend hatten wir ebenfalls 1 Stunde zu tun mit der Reinigung des Geschirrs und der Küche.

Neben der Arbeit hatten wir immer die Möglichkeit, am Leben der Gemeinschaft teilzuhaben. Abends kamen die Mitarbeiter, Volontäre und Gäste oft zusammen, um zu musizieren, Joga zu machen oder einfach um eine gemütliche Zeit gemeinsam zu verbringen. Die Menschen, die an sich auch arbeiten wollen, können manchmal gratis, oder vergünstigt bei der Veranstaltungen für Persönlichkeitsentwicklung dabei sein.

Wir haben wieder sehr nette Begegnungen aus der ganzen Welt gemacht. Dabei auch eine 18jährige aus Deutschland, die uns mit ihre überraschend fundierten Kenntnis „über die Welt“ überraschte und beeindruckte.

Wir werden auch unsere Küchenchefin Angela nie vergessen, die auf eine sehr nette und wirksame Art, die Küche (und uns) leitete. Die Küche ist vegan und vegetarisch.

Wir haben nicht gedacht, dass eine vegane und vegetarische Küche so schmackhaft und vielfältig sein kann. Aber Vorsicht! Die vegane oder vegetarische Küche ist nicht direkt für die Diät geplant. Das wissen wir jetzt auch.

Wir haben auf der Schweibenalp mit unserer freiwilligen Arbeit sehr viel erfahren. Wir haben sehr viele vegan und vegetarische Essen kennengelernt, die wir auch derzeit zu Hause kochen. Das Rezeptbuch von Schweibenalp ist einen Teil unserer gesunden Küche.
Danke dafür!

Der kräftige Ort Schweibenalp

Der Verein liegt in einem der schönsten Gebiete der Schweiz hoch in den Bergen über dem Brienzer See. Traumhaft ist die Landschaft und die frische Luft. Die tiefe Verbindung untereinander und zur Natur ermöglicht es jedem Einzelnen, sein Potenzial zu entfalten und seine Gaben in die Welt zu tragen.

Ehrenamtliches Engagement

Freiwillig? Ja!

Im Zentrum der Einheit Schweibenalp haben wir mit unserer Arbeit zur Entwicklung einer ganzheitlichen Lebenskultur beigetragen, die ein friedliches und bewusstes Zusammenleben aller Wesen ermöglicht. Wir haben auch Einblick in eine Permakultur bekommen und die perfekte Harmonie zwischen Menschen, Tieren und der Natur erfahren dürfen.

Mir ist ganz klar: eine ehrenamtliche Arbeit ist nicht bloß eine Arbeit. Es ist viel mehr. Die Gemeinschaft erleben, mit dem Herzen und prozessorientiert arbeiten, gemeinsam und doch frei „etwas Gutes“ machen. Andere Kulturen, Menschen aus anderen Ländern und viele interessante Lebensgeschichten erleben und davon profitieren.

Uns begeistert, mit wie viel Freundlichkeit uns die Leute begegnen.

Was ist mit Ihnen?

Wir möchten weiterhin zwei bis vier Wochen pro Jahr ehrenamtlich arbeiten.

Vielleicht haben Sie durch diesen Einblick mehr Lust oder Mut bekommen, auch „etwas“ zu machen?

Wir freuen uns über Kommentare! Gerne beantworten wir dort auch Fragen.

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